Montag, 14. Juni 2021

[ Buchgeflüster ] - Stories

Stories
herausgegeben von Neil Gaiman
und Al Sarrantonio


Irgendwie kommen mir die meisten Geschichten unvollständig vor. Einige hören mit offenen Fragen auf, was nicht mit einem offenen Ende zu verwechseln ist. Andere hören tatsächlich mit einem offenen Ende auf, aber mit einem von der unbefriedigenden Sorte.
Im Vorwort schreibt Gaiman darüber, dass eine Geschichte funktioniert, wenn man sich während des Lesen fragt: "....und was geschah dann?" Kommt hier durchaus immer wieder vor, nur führt das dann zu nichts und am Ende der Geschichte sollte man sich das nicht unbedingt fragen, wenn nichts einen Sinn ergibt. 
   Zum Beispiel bei Unbelief: wer ist der Mann? Wer ist der andere Mann? Warum bringt er ihn um? Was hat das alles dann mit seiner Frau zu tun, die ihn hasst? Oder auch nicht hasst.... Ich hab absolut keine Ahnung, was die Geschichte vermitteln will. 
    The Stars Are Falling kennt man schon zuhauf: Mann zieht in den Krieg, kommt nach vier Jahren wieder, alle dachten er ist tot, seine Frau hat einen anderen, das weiß der Mann aber natürlich noch nicht, der Neue will ihn dann umbringen, glaubt, es getan zu haben, der Alte geht auf Rachefeldzug.... Wie originell! 
    Juvenal Nyx ist durchaus guter Stoff, aber warum kennt er auf einmal den Namen des "Hundes" am Ende? Wer ist dieser Reynard? Kam der vorher mal vor? Glaube nicht. Und warum hasst Tarver Lamone ihn so abgrundtief, dass er Nyx umbringen will? Keinerlei Erklärungen. Und was hat es mit den farbigen Strahlenkränzen auf sich? 
    Ähnliches könnte ich auch über die anderen Geschichten schreiben, doch dafür will ich meine Zeit nun nicht verschwenden. 

Wer auch immer den Text für den Einband geschrieben hat, Zitat: "....this brilliant and visionary volume – sure to become a classic – ....", muss einen Geschmack haben, der sich fundamental von meinem unterscheidet. 
Ist das die schlechteste Geschichtensammlung, die ich jemals gelesen habe? Leider ja, und das ist wirklich traurig, denn ich hatte gehofft, unter den ganzen Autorinnen und Autoren doch ein paar zu finden, von denen ich nun mehr lesen möchte. Aber man sollte KünstlerInnen, –egal ob sie jetzt Geschichten, Filme, Musik, Gemälde oder sonst was herstellen– nicht nach einem Produkt gleich abschreiben. Ich werd mich mal schlau machen, was die Leute sonst so geschrieben haben. Irgendjemand muss doch etwas geschrieben haben, das mir gefällt.
Ein paar von ihnen kannte ich eh schon: Jodi PicoultPeter StraubSteward O'Nan

Gut gefallen hat mir Goblin Lake von Michael Swanwick und die Geschichte von Gaiman selbst, The Truth Is a Cave in the Black Mountains, war auch ganz okay.

Stories bekommt 0,5 von 5 Wunschdenken (bezogen auf das sure to become a classic)



juhk. d

Samstag, 12. Juni 2021

Regen

Hab's heute tatsächlich zum Flohmarkt geschafft. Ein paar neue Mineralien nenn ich nun mein Eigen. Es hätte auch noch andere Dinge gegeben, aber die passten nicht ganz. 

Zum Badesee hab ich's jedoch nicht geschafft.... Als Ersatz stand ich jedoch vorhin im Regen und hab mich durchnässen lassen. Ganz ehrlich: wenn man nichts vorhat und sich schnell umziehen kann, sollte man das einfach tun. Es tut sooooo gut. :)



juhk. d

Donnerstag, 10. Juni 2021

Que[e]rbeet #39

Es ist mal wieder Zeit für ein Que[e]rbeet.
Das Programm:
  • Schreibprojekt
  • Schreibgeräte
  • Nagellack
  • Wochenende


Schreibprojekt
Ende April hatte ich mir vorgenommen, im Mai jeden Tag etwas zu schreiben. Bestenfalls eine kurze Kurzgeschichte, irgendwie kreativ, vielleicht ein Interessanter Aspekt aus dem Tag, oder einfach nur irgendwelche Gedanken. Wenn’s gar nicht funktionierte, habe ich nur ganz wenige Sätze geschrieben, aber das kam fast nie vor. Am Anfang lief es erstaunlich gut, ein paar Geschichten sind auch zwei bis drei handgeschriebene Seiten lang. Gegen Ende, vor allem in der letzten Woche, war die Luft raus. Das lag aber auch daran, dass ich mehr für die Schule machen musste.
Manches davon werde ich euch präsentieren (muss sie aber erst noch abtippten), bzw. findet ihr jetzt schon ein paar Sachen in den Weiten dieses Blogs. 

Dienstag, 8. Juni 2021

Der Wunsch

Biblisch gesprochen war es ein apokalyptischer Montag. Zumindest wenn man es
übertrieben ausdrücken möchte.
Es fing damit an, dass die Armkette kaputt ging. Sie ist irgendwie am Shirt hängen
geblieben, als er es auszog. Mehrere Steinkugeln flogen durch das Badezimmer.
Immerhin konnte er wieder alle finden und nun sind sie sicher verwahrt, aber seine
linke Hand fühlt sich nackt an.
Weiter ging es mit einem buchlosen Frühstück, bestehend aus Tee. Dieses wurde
schnell um die Ecke gebracht, da um 8 Uhr die erste Videokonferenz anstand.
In dieser musste er einmal kurz das Wort ergreifen: sich vorstellen.
Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie nervös ihn diese kurze Aufmerksamkeit
tatsächlich machte. Es ist lächerlich und traurig.
Um 12 Uhr war Pause, in der er schnell durch den Regen zum nächstgelegenen
Supermarkt ging, um irgendwelche Sachen zu kaufen, aus denen er bestenfalls eine
Mahlzeit machen würde. Wieder zuhause kochte er nicht, weil die Zeit nicht reichte.
Um 13 Uhr ging das nächste Meeting an.
Nach diesem, um circa 15 Uhr, baute er ein Regal auf. Es war kein großer Aufwand,
und dennoch machte er es falsch, hatte keinen Schraubenzieher, und verlor jegliche
Geduld mit dem Tag.
Es geschah noch mehr.
Es war ein wahrhaftiger Montag.
Vielleicht wäre alles erträglicher gewesen, wenn ihn nicht den ganzen Tag ein
Wunsch geplagt hätte: er hätte gerne keine funktionierenden Geschlechtsorgane.

- 17.05.2021



juhk. d

Montag, 7. Juni 2021

[ Mai ] - Bücherschrank

Büchermäßig war der Juni mal wieder eine starke Bereicherung. Hauptsächlich sind gebrauchte Bücher dazugekommen, aber auch ein neues und mit dem fang ich gleich an:

Later
Das neustes Büchlein von King. Hab's noch nicht gelesen, werd ich aber wahrscheinlich bald machen.

Nun zu der gebrauchten Ware.

Das falsche Haus
Das hab ich in der Arbeit entdeckt und es hörte sich ganz gut an. War kein Fehlgriff.

Montag, 31. Mai 2021

[ Buchgeflüster ] - Lieblingskind

Lieblingskind
von C.J. Tudor

Joe wäre seiner alten Heimat am liebsten für immer fern geblieben. Das, was in seiner Kindheit seiner kleinen Schwester widerfahren ist, veränderte sein ganzes Leben und nichts hätte ihn wieder dorthin führen können. Nichts, abgesehen von einer Email, in der der unbekannte Absender meint, zu wissen, was mit seiner Schwestern geschehen ist. 
Und auch, dass es wieder geschieht....

Samstag, 29. Mai 2021

Sommergefühl

Der Mann sitzt in seinem Arbeitszimmer und blickt aus dem Fenster. Es ist kein besonders großes Zimmer und sein Schreibtisch besteht auch nicht aus einem wertvollen, exotischen Holz. Es ist ein einfacher Eichentisch, dunkelbraun lackiert.
Er wollte nie das große Geld, nie mit seinem Reichtum protzen, musste nie sich selbst und anderen beweisen, dass er es im Leben geschafft hat. Aber…. Hat er das wirklich? Immer wieder fragt er sich: ist dies ein gutes Leben? Ein eigenes Haus mit Garten. Eine sichere Zukunft. Eine glückliche und gesunde Familie. Ja, es ist ein gutes Leben. Es sollte ein sorgenfreies Leben sein.
Auf dem Tisch liegt ein Blatt Papier, ein passender Umschlag und ein Kugelschreiber. Er weiß noch, wie er diesen von seiner Frau zum zehnten Hochzeitstag bekommen hat. Für ihn war es das perfekte Geschenk. Ein einfacher Kugelschreiber ohne jeglichen teuren Schnickschnack, aber doch für die Ewigkeit gedacht. Selbst in diesen irrsinnig technologisierten Zeiten schreibt er alles zuerst mit der Hand und überträgt es dann auf den Computer.
Er nimmt den Kugelschreiber in die Hand, setzt ihn auf das Papier auf und legt ihn wieder weg. Hundert Gedanken fliegen ihm durch den Kopf, aber kein klarer Satz. Wie soll er anfangen? Ausgerechnet jetzt hat er eine Schreibblockade. Buch um Buch schrieb er ohne jegliche Probleme und jetzt, wo es mehr denn je um das Leben geht, bringt er kein einziges Wort zu Papier.