Montag, 7. Oktober 2019

[ Buchgeflüster ] - Der Distelfink

Der Distelfink von Donna Tartt

Es hätte ein netter Museumsbesuch werden sollen, doch dann explodiert alles um Theodor herum und er verliert das Bewusstsein. Unter Staub und Schutt wacht er wieder auf. Zuerst ohne jegliche Orientierung, weiß er schnell wieder, wo er sich befindet und auch, dass seine Mutter kurz vor der Explosion noch einmal in einen anderen Ausstellungsraum gegangen ist. Theo ist sich sicher, dass es ihr gut geht und sie Zuhause auf ihn wartet. Er sucht sich einen Weg aus dem Museum raus, doch bevor er den Raum verlässt, nimmt er noch das Gemälde Der Distelfink mit; eines der Lieblingsgemälde seiner Mutter.
Zuhause wartet niemand auf ihn und bald tauchen Leute vom Kinder- und Familiendienst bei Theo Daheim auf. 
Seine Mutter ist bei der Explosion gestorben und für Theo muss ein neues Zuhause gefunden werden. Er wird herumgereicht, aber das Gemälde begleitet ihn ständig: die letzte Verbindung zu seiner Mutter.



Uff, was für ne miese Beschreibung.... 

Wie dem auch sei, ich bin noch nicht einmal mit dem Buch durch und bin mir jetzt schon sicher, dass das Buch die volle Punktzahl und eine Empfehlung bekommen wird. 


Dieses 1022 Seiten Buch (im Original 784 Seiten) ist grandios geschrieben. Trotz der Dicke komme ich richtig schnell voran. 
Selten hat mich ein Buch so stark gefesselt; vielleicht sogar ein bisschen stärker als ES. Ich wach auf, mache mir Tee und lese erst einmal für ein oder zwei Stunden und am Nachmittag noch einmal und dann im Bett vorm Einschlafen, ohne dabei einzuschlafen! 


Theos Geschichte hat mich komplett abgeholt, von Anfang bis Ende. Zugegeben, gegen Ende hin trat ein leichtes Übersättigungsgefühl auf, aber wirklich nur ganz leicht. 

Wenn man ehrlich ist, ist das Buch kaum spannend. Wenn es einem gefällt, will man schon wissen, wie die Geschichte weitergeht; in dieser Hinsicht ist es spannend. Aber Spannung kommt fast nie auf. Es passiert einfach ein Ereignis nach dem anderen und die Geschichte fließt langsam so dahin. Das hört sich jetzt nicht so toll an, aber für mich hat das wirklich funktioniert, ebenso für viele andere Leute und vielleicht ja auch für euch. 

Die Verfilmung soll ja nicht so toll sein und das liegt wohl genau daran, dass das Buch so ist, wie es eben ist. Freu mich dennoch schon auf den morgigen Kinobesuch.


Der Distelfink bekommt von mir 5 von 5 Kunstwerke.


"Nur gelegentlich bemerkte ich die Kette am Knöchel des Finken oder dachte daran, wie grausam dieses Leben für ein kleines lebendiges Wesen sein musste – kurz aufzuflattern und immer wieder am selben hoffnungslosen Ort zu landen.
– Donna Tartt, 2013, Der Distelfink



juhk. d

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