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Montag, 22. August 2016

Schachtel

Ich bin wie eine Schachtel.
Werde nur von Ort zu Ort getragen, von Haus zu Haus.
Dort werde ich dann abgestellt und verstaub.
Ich werde zwar geöffnet und ein bisschen ausgeräumt.
Aber was ist eigentlich in mir?
Mein ganzes Potenzial hat noch niemand rausgeräumt.
Noch nie, durfte ich zeigen, was ich wirklich hab.
Noch nie, durfte ich bleiben, wo ich daheim war.
Noch nie, durfte ich finden, was ich gesucht hab.
Noch nie, durfte ich sagen, wo ich glücklich war.

Ich bin wie eine alte Schachtel.
Kantig und schwer.
Der Schmutz der Zeit blieb an mir haften.
Aufgerissen, vom Öffnen und Schließen.
Aufgeweicht, vom Regen den ich sah.
Ungesehen, außer von Ratten.
Ungewollt, außer vom Tod.
Verdorben, durch euch Menschen.
Nun lieg ich vor einem Abgrund.
Und warte auf den Gnadenstoß.

Ich bin wie eine Schachtel....



(19.05.2014)




juhk. d

Kommentare:

  1. Ach so, diese Gedichte kommen jetzt wieder. :-|

    Dachte alte Geschichten oder Foto-spams usw. :-/

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    1. Wieder nur am Meckern.
      Das war gerade mal der erste, alte Müll; d kommt noch mehr, da kommt noch anderes.

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  2. Oh, klingt irgendwie deprimierend. Aber trotz allem steckt ein Poet in Dir. LG Romy

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    1. Dann hat der Text sein Ziel erreicht, dankeschön.

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