Montag, 2. November 2020

[ Buchgeflüster ] - Die Bücherdiebin

Die Bücherdiebin 
von Markus Zusak

Deutschland 1939
Liesel Meminger ist mit ihrer Mutter und ihrem Bruder im Zug nach Molching –einem Ort bei München– unterwegs, um Pflegeeltern übergeben zu werden. Nur wird Liesel ohne ihrem Bruder bei diesen Pflegeeltern ankommen: er stirbt während der Zugfahrt. Der Zug hält an einem fremden Ort an und ihr Bruder wird im Schnee begraben. Bevor sie und ihre Mutter wieder in den Zug steigen, entdeckt Liesel ein Buch im Schnee: Das Handbuch für Totengräber. Sie schnappt es sich unbemerkt und die Reise nach Molching geht weiter. 
Dort wird sie den Pflegeeltern übergeben und ihre richtige Mutter verlässt für immer ihr Leben. 
Anfangs ist das Zusammenleben mit ihren neuen Eltern problematisch, vor allem macht ihr die neue Mutter Angst; sie scheint wenig liebenswürdig zu sein und Flucht immer zu: "Du Saumensch! Du Saukerl!"
Schließlich zeigt sich aber, das ihr neuer Papa ein sehr einfühlsamer Mensch ist und sich liebevoll um Liesel kümmert: nicht nur kommt er jedesmal in ihr Zimmer, wenn sie aus einem Alptraum aufschreckt, er hilft ihr auch beim Lesenlernen beträchtlich und sein Akkordeonspiel heitert sie immer wieder auf.
Alles könnte wieder gut werden, wenn der Krieg nicht wäre und der Tod nicht über allem wachen würde....


Und wer wäre als Erzähler besser geeignet als der Tod persönlich?
Die Bücherdiebin hat mich schwer getroffen und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben; wahrscheinlich bis zum Ende meiner Tage und das ist nur gut so. 
Es ist eine ungemeine Wucht. Ich hab es ohne große Erwartungen angefangen und fand mich schnell in einem Sog wieder, der mich bis zum Ende nicht mehr losließ, nur um mich dann am Boden zerstört zurückzulassen. 
Mit Witz und Humor geht Zusak die Sache etwas leichter an und macht die Themen Krieg, Nationalsozialismus und Judenverfolgung, "benutzerfreundlicher", wenn ich das mal so sagen darf. Es wird keineswegs verharmlost! Nein, dort wo es wichtig ist, wird das Grauen und der Wahnsinn dieser Zeit ungeschönt zu Sprache gebracht. Aber wir lesen halt viel über Liesels Alltag, der erträglicher ist, auch wenn diese Themen über allem schweben. 

Ich hoffe, dass das jetzt nicht falsch rübergekommen ist. Falls doch, lasst es mich bitte wissen. Es ist ein sensibles Thema und Worte sind nicht immer meine Stärke.


Die Bücherdiebin bekommt 5 von 5 Büchern.
Bitte lest das Buch und empfiehlt es weiter.


juhk. d

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